Leukämie: Trauer um Bochumer – Dominik (28) ist gestorben

Aktualisiert: 01.12.2023, 16:30 | Lesedauer: 2 Minuten Sarah Kähler Stammzellenspende: Alles, was Sie wissen müssen

Stammzellenspende- Alles, was Sie wissen müssen

Deutschlandweit erhält alle 12 Minuten ein Mensch die Diagnose Blutkrebs.

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Bochum.  Noch im Herbst hatte er Hoffnung, wollte den Blutkrebs ein zweites Mal besiegen. Doch Dominik Roßdeutscher aus Bochum hat es nicht geschafft.

Er kämpfte erneut, gab sich hoffnungsvoll: „Ich werde dich auch zum zweiten Mal besiegen“, schrieb Dominik Roßdeutscher Anfang Oktober aus dem Krankenhaus auf seinem Instagram-Account. Doch der Krebs, der anderthalb Jahre nach einer Stammzellenspende zurückkehrte, war am Ende stärker: Dominik ist tot. Der 28-Jährige starb am 21. November, bestätigte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) unter Berufung auf seine Familie.

Viele Menschen in Bochum und im Ruhrgebiet hatten mit dem jungen Mann mitgefiebert, seit dieser Anfang 2022 seine erste Leukämie-Erkrankung öffentlich gemacht hatte. „Dominik braucht dich“, hatte er sein öffentliches Instagram-Profil genannt, auf dem er in der Hoffnung auf einen Stammzellenspender für die DKMS trommelte und seine Geschichte dokumentierte.

Kurz vor dem Abschluss seiner Berufsausbildung bekam Dominik Roßdeutscher im Januar 2022 erstmals die Diagnose „akute Leukämie“. Jetzt ist der junge Bochumer gestorben.  Foto: Dominik Roßdeutscher / DKMS

Nach der Stammzellenspende zurück ins Leben

Zunächst mit Erfolg – 1000 Neuregistrierungen wurden infolge des Aufrufs verzeichnet, Hunderte Schülerinnen und Schüler kamen allein zu einer Typisierungsaktion an seiner Berufsschule in Gelsenkirchen. Ende März 2022 verkündete der junge Bochumer freudig: „Spender gefunden“. Es folgte die Stammzellenspende, die langsame Genesung, kleine Schritte zurück ins Leben.

„Offiziell gilt man erst nach fünf Jahren als krebsfrei, doch jeder weitere Monat ist schön“, sagte Dominik Roßdeutscher im November 2022 zur WAZ. Er fühle sich „glücklich“, beschrieb er, „ich freue mich über viele Dinge, man muss auch irgendwann wieder anfangen zu leben“.

Im März dieses Jahres stand er erstmals wieder als Schiedsrichter auf dem Fußballplatz, noch im Juli feierte er „15 Monate krebsfrei“. Keine zwei Monate später indes gab es den Rückschlag: „15.09.2023 Leukämie Rezidiv“, steht in seinem Instagram-Profil.

Dominik Roßdeutscher ist anderthalb Jahre nach einer Stammzellenspende erneut an Leukämie erkrankt. Im November 2023 ist der Bochumer im Alter von 28 Jahren gestorben.  Foto: Dominik Roßdeutscher/DKMS

Fußballkreis Bochum trauert um Schiedsrichter-Kollegen Dominik (28)

Erneut rief Roßdeutscher mit der DKMS zur Registrierung auf, erneut gab es eine Typisierungsaktion in Bochum. Knapp 770 Menschen seien dem Aufruf gefolgt, sagt Christian Werheid von der DKMS. Die Aufmerksamkeit für Dominik Roßdeutscher habe „dazu beigetragen, dass sich weitere potenzielle Lebensretterinnen und -retter bei uns registriert haben“.

Für Dominik indes gab es keine Hilfe mehr. Der Fußballkreis Bochum, für den er seit 2011 als Schiedsrichter auf dem Platz stand, erinnert an einen „sehr engagierten, ehrgeizigen und liebenswerten Schiedsrichter“ und hielt am vergangenen Wochenende Schweigeminuten vor den Spielen ab. „In unseren Herzen lebst du weiter“, schreibt der Fußballkreis. „Ruhe in Frieden, Dominik.“

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